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1. Wie begann alles?
 

Der Anfang

Die Anfänge unserer Anlage reichen bis in das Jahr 1930 zurück. Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise. In Deutschland zählte man die Arbeitslosen zu dieser Zeit bereits nach Millionen. Wer aber waren damals die Interessenten für ein Stückchen Land?

Es waren Menschen ohne Arbeit, Familien mit Kindern, die ein Stück Land suchten, um ihre wirtschaftliche Notlage durch den eigenen Anbau von Obst und Gemüse zu verbessern und für sich und ihren Kindern eine sinnvolle sowie nützliche Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Das Gelände, auf der sich heute unsere Anlage befindet, gehörte der Eisengießerei Sternkopf, welche 1930 in Konkurs ging. Die neuen Pächter gingen in harter Arbeit daran, daß Gelände urbar zu machen.

Aufmarsch zum ersten Sommerfest 1933 in Stötteritz Schönbachstraße

Nach Verhandlungen, mit dem damaligen Kreisvorstand der Schrebergärten, wurde am 14. April 1933, trotz vieler Auseinandersetzungen mit den Verpächter (Gemeinde Zweinaundorf – welche hohe Preise für Bauland witterte) der jetzige Gartenverein gegründet. Aus mehreren Namensvorschlägen favorisierten die Anwesenden die Bezeichnung „Lerchenwiese“. Die Überlieferung besagt, dass das heutige Areal des Vereins früher ein größeres Wiesengebiet war, wo die Feldlerche ihr zuhause hatte.

Die Gartenfreunde der ersten Stunde wählten aus ihren Reihen einstimmig Hermann Tauchert zum Ersten Vorsitzenden. Am 18. September 1933 beschließt die Mitgliederversammlung die Aufnahme des Gartenvereins in das Vereinsregister. Die amtliche Eintragung erfolgte am 14. Oktober 1933. . Die Satzung des Vereins wurde am 7. Dezember 1933 errichtet und die Registrierung unter der Nummer 1921 als Kleingärtnerverein „Lerchenwiese“ e.V. erfolgte am 7. Mai 1934.

Die Mitglieder des noch jungen Gartenvereins waren zunächst Einzelpächter. Erst am 6. August 1935 schloss die „Wolfswinkel“ Grundstücks- und Siedlungs-Gesellschaft m.b.H. mit dem Kleingärtnerverein „Lerchenwiese“ e.V. einen Pachtvertrag ab. Als Pachtzins wurden unter § 6 jährlich 5 Pfennige pro Quadratmeter Anbaufläche fixiert. Außerdem pachtete der Verein von der Stadt Leipzig am 4. März 1935 rund 800 m² des Flurstücks Nummer 315 des Flurbuchs von Leipzig-Stötteritz zur feldmäßigen Nutzung für einen jährlichen Pachtzins von 12,00 RM vom 1. April 1935 an. Die Größe des gesamten Areals belief sich auf rund 56.000 m².

Die nach 1930 gepachteten Flächen gehörten zu einer großen Wiese, deren Boden mit Quecke durchsetzt war. Es ist bewundernswert, dass sich die ersten Gartenfreunde auf den jahrelangen „Kampf“ mit dem Unkraut einließen und dem Boden Erträge abringen konnten. In der ersten Hälfte der 1930er Jahre nahm das Verlangen nach einer festen Unterkunft bei vielen Pächtern immer mehr Gestalt an. So „wuchsen“ nach und nach die ersten Lauben aus dem Boden.

Kinder der Vereinsmitglieder vor der Anlage der „Lerchenwiese“ 12. August 1933

Es kam zum Disput mit dem letzten Zweinaundorfer Bürgermeister Paul Klöpsch, der nach dem Gemeindezusammenschluss später als Beamter in die Mölkauer Gemeindeverwaltung übernommen wurde. Seiner Argumentierung zufolge wäre der Boden nur Grabeland und nicht für kleingärtnerische Zwecke bestimmt. Nach energischen Einsprüchen einiger Pächter soll der Bürgermeister zunächst dem Bau von Lauben bis zu einer Grundfläche von 25 m² zugestimmt haben und kurze Zeit später aber persönlich mit zwei Polizisten vor Ort den Pächtern gegenüber den Baustop verordnet haben.

Nicht nur mit dem Bürgermeister von Zweinaundorf gab es kontroverse Auseinandersetzungen sondern auch mit dem Verpächter und Interessenten, die sich mit dem noch kleingärtnerisch genutzten Boden wesentlich mehr Profit als Bauland ausrechneten. Diese Attacken „von außen“ veranlassten die Mitglieder sich enger zusammenzuschließen. Noch im ersten Jahr 1933 erhöhte sich deren Zahl von 26 auf 125.
Das Engagement für die Kinder war in dieser Zeit (sollte es später auch wieder werden) ein grundlegendes Anliegen des Kleingärtnervereins „Lerchenwiese“ e.V.. Die Kinder der Vereinsmitglieder versammelten sich vor der Anlage der „Lerchenwiese“ am 12. August 1933 zum ersten Kinderfest des Vereins.

Mit der Straßenbahn durch Leipzig (1931 Original)
John Stockton Slow Drag von Chris Zabriskie ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution license lizenziert.


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